STORY: Deutsch – Hündisch, Hündisch – Deutsch

Theo, du glaubst es nicht, aber der heutige Tag hat so was von gut begonnen! Wie immer bin ich gegen 6 Uhr mit Herrchen zu unserem Morgenspaziergang aufgebrochen. (Herrchen hat mir das mit der Uhr erklärt: Wenn auf dem Ziffernblatt der lange Schwanz nach oben und der kurze nach unten zeigt, geht’s morgens los – als wenn ich blöd wäre!) Das Wetter war super, die Stimmung gelöst und irgendwie hatte ich schon die ganze Zeit das Gefühl, es liegt was in der Luft, so ein ganz besonderer Duft! Du weißt, was ich meine, Theo! Ja, und dann keine zwei Meter vor mir sah ich sie: eine mit feinster Wurst belegte Scheibe Brot! Zwar hier und da schon etwas angefressen, aber dafür war sie vom feuchten Morgentau tief bis in die letzte Krume durchdrungen. Theo, ich sage nur eins: Köstlich! Aber, wenn du jetzt denkst, das wäre es gewesen, hast du dich geschnitten. Der Tisch war reich gedeckt, denn nur wenige Minuten später stieß ich auf eine Portion frischer Pferdeäpfel! Du weißt, für eine gut abgelagerte Wurststulle und einen noch dampfenden Pferdeapfel gäbe ich mein letztes Fell. Merkwürdig, dass sich Herrchen nie dafür begeistern kann. Er steht dann da, sieht irgendwie verzweifelt aus und gestikuliert wie immer verständsnislos rum. Immerhin habe ich verstanden, das bei ihm Brot “Aus” heißt und Pferdeapfel “Pfui”. So ist das, Theo, man lernt auch in unserem Alter jeden Tag dazu.