STORY: Dumm wie Toast

Theo, du glaubst es nicht, aber Herrchen meint tatsächlich, ich sei dumm wie eine Scheibe Toast! Nach diesem verbalen Peitschenhieb habe ich erst einmal „Sitz!“ gemacht, nach Luft geschnappt und ganz ruhig bis Eins gezählt. „Cool down, Nacho“, sagte ich mir, „beherrsch‘ dich und spring ihm jetzt nicht an die Gurgel!“. Ich, ein stolzer, spanischer Ratonero Bodeguero Andaluz bin keinesfalls dumm – wie – eine – Scheibe – Toast! Diese Worte muss man sich mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen. Und warum bin ich für den Leinenhalter dumm wie Toast? Weil ich auf ihn eingegangen bin. Auf dieses blöde Spiel mit den versteckten Leckerchen! Dabei fand er sich ja so was von toll, unser großer Rudelführer. Er dachte mal wieder, mich SINNVOLL beschäftigen zu müssen, weil ihm das mit meiner Bloggerei auf den Senkel ging. Meinte, ein artgerecht gehaltener Hund dürfe nicht den ganzen Tag vor dem Notebook liegen. Also baute er im Garten ein kleines Regal auf, stellte vier Paar bunte Gartenclogs hinein und versteckte in zwei Latschen Leckerchen, die ich suchen sollte. Abgesehen davon, dass mir diese Leckerchen vom Discounter (stell dir vor: kleine Keks-Häschen!!!) mittlerweile an den Ohren rauskommen, wusste ich natürlich sofort, in welchen Schuhen die Dinger steckten (im 3. links oben und im 8. oder 9. rechts unten). Ich sah aber, wie viel Spaß Herrchen schon bei der Vorbereitung hatte und wollte deshalb kein Spielverderber sein. Also suchte ich zuerst in den neun leeren Latschen, was meinem Alten eine diebische Freude bereitete. Er bebrezelte sich vor Lachen. Danach drehte ich scheinbar enttäuscht ab und wusste genau, was nun kommt: „Los, du blinde Torfnase, such‘ weiter!“. Weil es mir jetzt doch zu bunt wurde, steuerte ich sofort die verbliebenen Latschen an, entnahm ihnen die albernen Keks-Häschen und ließ mich anschließend gelangweilt auf meiner Decke nieder. „Das war jetzt aber auch einfach“, hörte ich den Alten lachen. „Du bist wirklich dumm wie eine Scheibe Toast!“. Jetzt liege ich hier und ärgere mich, dass ich nicht meinem Instinkt gefolgt bin. Ich hätte natürlich nicht zugebissen – ich wäre ihm nur mit meiner langen Zunge und einem Lächeln auf den Lefzen so ganz langsam über die Gurgel gefahren…