RECHT: Hundebiss an der Kaffeetafel Schmerzensgeld für das Opfer

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Gartenparties mit Kind, Kegel und Hund

Ähnlich wie Weihnachten sind die Sommermonate eine Zeit der Begegnung. Man trifft sich mit Freunden, Nachbarn und Verwandten, um zu grillen, Kaffee zu trinken oder um gemütlich zusammenzusitzen. Die Stimmung ist gut. Es wird erzählt und gelacht, bis der freilaufende Hund des Hauses sich erschreckt und nach der Hand schnappt, die ihn bis dahin geduldig streichelte. Das Entsetzen ist groß, zumal es Vorfälle dieser Art bisher nie gegeben hat. Was der Auslöser für den Hundebiss war, weiß man nicht. Und danach zu forschen, ist in dem Moment, wo es geschehen ist, erst einmal müßig. Viel drängender ist die Frage, wie es mit der Haftung des Hundehalters aussieht? Ferner muss geprüft werden, ob den verletzten Gast möglicherweise ein Mitverschulden trifft.

Dem Grundsatz nach haftet der Hundehalter auch ohne ein Verschulden für alle Schäden, die sein Hund verursacht (§ 833 BGB). Lässt ein Hundehalter seinen Hund unangeleint herumlaufen, muss er grundsätzlich davon ausgehen, dass sein Vierbeiner jemanden verletzen kann. Vor allen Dingen dann, wenn er ihn ohne Leine und Maulkorb frei umherlaufen lässt. Hier muss der Halter damit rechnen, dass andere Menschen den Hund für harmlos halten, sich ihm nähern und ihn sogar streicheln wollen. 

Schmerzensgeld bei Hundebiss
Ein Hundbiss kann schlimme Folgen haben

Von einem Mitverschulden kann nur dann ausgegangen werden, wenn sich der gebissene Gast falsch verhalten und „gegen Gebote des eigenen Interesses vorwerfbar verstoßen“ hat. Zu diesem Ergebnis gelangte das OLG Sachsen-Anhalt (10 U 25/09). Es kommt in solchen Fällen daher immer auf die Beweislage an. Im zu entscheiden Fall hatte der Hund seine Pfote auf den Schoß einer Frau gelegt, die als Gast die Feier besuchte. Durch diese Geste sah sich die Frau zum Streicheln aufgefordert. Plötzlich jedoch biss ihr der Hund ins Gesicht und verletzte sie schwer. Wegen einer äußerst schweren Narbenbildung im Gesicht sprach das Gericht der Frau unter anderem ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 EUR zu.

(Mit freundlicher Erlaubnis der Tierrechtskanzlei Ackenheil.)


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