STORY: Auffahrunfall in der Küche Haushaltsvorstand am Boden zerstört

Nachos Auffahrunfall
An dem Auffahrunfall soll ich schuld sein?

Theo, du glaubst es nicht, aber bei uns im Rudel herrscht mal wieder ganz dicke Luft. Wegen eines Auffahrunfalls! Den angeblich ich verursacht hätte! Weil ich stets gerade dort sei, wo man nicht mit mir rechnet! Heißt es! Obwohl das sowas von an den Fellhaaren herbeigezogen ist, aber das interessiert die Rudelmitglieder natürlich nicht! Du merkst, ich bin immer noch auf 183! Aber jetzt der Reihe nach.

Nacho
Die Fliese d4 war bisher stets tabu

Du weißt, dass ich viel Zeit auf meiner Hundedecke verbringe. Das mag für den ein oder anderen nach Müßiggang aussehen, ist aber allein der Tatsache geschuldet, dass ich diesen Rückzugsraum brauche, um mir einen Überblick über das planlose Treiben unserer Rudelmitglieder zu verschaffen. So habe ich es nur meinen intensiven Observierungen zu verdanken, dass ich in der Küche exakt die Punkte kenne, auf denen ich mich niederlassen kann, ohne irgendjemanden zu stören. Es handelt sich um kleine Bereiche des schachbrettartig gefliesten Bodens, die nach meinen Beobachtungen noch nie – ich betone noch nie von einer Person betreten wurden. Beispielsweise die 4. Fliese von links in der 5. Reihe von oben. Ich nenne sie Niemandsland oder kurz d4. Nicht einmal hat ein menschliches Wesen seine Pfote auf diese Fliese gesetzt. Also dachte ich, auf der kannst du dich ruhig niederlassen, um das muntere Treiben in der Küche zu beobachten, ohne zu stören. Hundekuchen! Ausgerechnet heute muss der Alte genau daher und fiel mir dabei fast ins Kreuz.

Nacho
Auch h8 war immer sicher!

Also flüchtete ich von d4 nach h8, mir ebenfalls bekannt als absolut sicheres Pflaster. Von wegen. Als wenn sich heute Morgen alles gegen mich verschworen hätte, musste der Alte genau dort mit dem Wischmop hin. Also wieder hoch und ab nach Fliese b3, meinem letzten Refugium. Auf diesem Weg passierte es dann: Ich querte gerade e4 (oder war es f4?), als der Wischmop auf mich zuschoss, und Frauchen, das zufällig gleichfalls querte, über den Stiel des Mops stolperte. Der Alte wollte sie noch mit seinen schwachen Vorderläufen auffangen, geriet dabei aber ins Straucheln und so kam es zu einem regelrechten Auffahrunfall mit insgesamt drei Beteiligten! Und jetzt rate mal, wer an all dem die Schuld trägt?

Genau. Ich. Und eigentlich nur, weil der Alte stinksauer ist, dass Frauchen ihm seit seinem Ruhestand alles aufs Auge drückt, was im Haushalt anfällt. Dass der Alte so etwas als Mann überhaupt mit sich machen lässt, ist mir als stolzem Andalusier ohnehin unbegreiflich, aber das steht auf einem anderen Napf. Und nur, um seinen Frust ein wenig zu kompensieren, bin ich jetzt alles schuld. Nicht, dass ich deswegen sauer wäre (das bin ich sowieso schon), aber das hat mir heute die Augen geöffnet und gezeigt, dass es für mich nur einen sicheren Bereich gibt: Meine Hundedecke, von der mich die nächsten Tage keine zehn Zecken mehr wegbringen!

Und zum Schluss mal ganz unter uns Hundesöhnen, Theo: Wer bei einem Auffahrunfall auffährt, ist immer schuld!

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