STORY: Das Ding aus einer anderen Welt!

Nacho
Die Außerirdischen sind mitten  unter uns

Theo, du glaubst es nicht, aber seit gestern ist es klar: Aliens – es gibt sie wirklich! Woher ich das weiß? Weil ich selbst einem Außerirdischen begegnet bin! Ich bin noch immer fix und fertig von dieser unheimlichen Begegnung der dritten Art, aber nun belle ich dir die Geschichte von Anfang an.

Chamäleon
Das Ding vom anderen Stern

Unser komplettes Rudel war bei Freunden zu Besuch, als mein Blick auf ein großes, rechteckiges Glasgefäß fiel, das dort im Wohnzimmer auf einem Sideboard stand. Zuerst dachte ich, dass es sich um ein leckgeschlagenes Aquarium handeln muss. Gerade als ich Laut geben wollte, weil das Wasser samt Fischen ausgelaufen schien, bemerkte ich, dass dieses seltsame Gefäß einem anderen Zweck dienen musste. Nachdem ich meine Pupillen von “gelangweilt unendlich” auf “interessiert scharf” gestellt hatte, sah ich dort etwas sehr Merkwürdiges und Furchteinflößendes mit vier Läufen auf einem gebogenen Ast sitzen.

Chamäleon
Dieses Auge hypnotisierte mich

Das Ding hatte einen gezackten Rücken, war von graugrüner Farbe und übersät von kleinen und großen Pocken. Sein langer ledriger Schwanz wickelte sich elegant um den Ast, auf dem es regungslos hockte.  Nur das mir zugewandte Auge drehte sich von Zeit zu Zeit wie die eiernde Radkappe eines alten Autos und fixierte mich dabei. Ich war wie hypnotisiert und obwohl ich am liebsten Reißaus genommen hätte, fühlte ich mich in seinen Bann gezogen und wankte auf unsicheren Pfoten seiner gläsernen Heimstatt entgegen.

Heuschrecken
Lebendes Futter

Was ich dann sah, verschlug mir den Atem: Ein großes, insektenartiges Tier wuselte über den Boden und schien sich seines Lebens zu freuen, als plötzlich aus dem riesigen Maul des Dings eine meterlange Zunge schoss, die sich pfeilschnell das quirlige Tierchen schnappte, um es sich als herzhafte Mahlzeit einzuverleiben. Dabei malmten und mahlten die kräftigen Kiefer, während der Chitinpanzer des erbarmungswürdigen Insekts krachte und knackte, bis sich nur wenige Sekunden später der Hauch des Todes und Grabesstille ausbreiteten.

Ich war entsetzt, aber ebenso fasziniert von dem, was sich da vor meinen Augen abgespielt hatte. Dass ich auch eine lange Zunge habe, weiß ich. Wie oft hat mein Leinenhalter – vor allen Dingen im Sommer – schon darüber gelästert, dass mir der “Lappen” (wie er sich ausdrückt) wer weiß wie lang aus der Schnauze hänge. Mit etwas Training sollte es mir doch ebenfalls gelingen, aus diesem “Lappen” ein gnadenloses und zielsicheres Geschoss zu entwickeln, dem keine lästige Fliege, aber auch kein schlecht zugeworfenes Leckerchen mehr entkommen dürfte!

(Hinweis des Leinenhalters: Bei dem “Ding” handelt es sich um Leoni, eine hübsche Chamäleondame, die normalerweise von den Schülerinnen und Schülern des Marie-Curie-Gymnasiums in Düsseldorf-Gerresheim betreut wird. Wegen der derzeitigen Sommerfeien befindet sie sich jedoch auf einer Pflegestation bei Freunden.)


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