STORY: Der Alte macht sich zum Affen

Nacho
Ich könnte mich innerlich bebrezeln vor Lachen 😂…

Theo, du glaubst es nicht, wie sehr sich mein Leinenhalter jeden Tag zum Affen macht. Ich brauche nur daran zu denken und schon könnte ich mir vor lauter stillem Lachen auf die Oberläufe klopfen! Herrje, ich muss mich erstmal wieder beruhigen, bevor ich weiter bloggen kann…

So, jetzt geht’s wieder. Wie du weißt, leidet der Alte seit Jahren unter Schlafstörungen, was zur Folge hat, dass er spätestens um 4 Uhr wieder durch die Räume unserer Doppelhüttenhälfte turnt. Ich bin zwar daran gewöhnt, trotzdem ertappe ich mich jeden Morgen bei dem Gedanken ‘Oh Gott, der schon wieder!’. Damit mich der Alte zu dieser frühen Stunde mit seinen ausufernden Tiraden verschont, stelle ich mich schlafend und strecke ihm als Zeichen meiner Wertschätzung das Hinterteil entgegen.

Napf
Um 7 Uhr ist mein Job bereits erledigt

Bis hierher ist alles normal: Der Alte hängt auf dem Sofa ab, liest, surft im Internet und nickt manchmal kurz ein, während ich auf der Hundedecke döse oder schon mal vorsichtig meine fünf Läufe zu entwirren versuche. PUNKT 7.00 Uhr ändert sich diese ruhige Idylle schlagartig: Der Alte springt auf, um den Tisch zu decken, bevor Frauchen gegen 7.20 Uhr zum Frühstück erscheint!

Du solltest mal sehen, wie akribisch er dabei zu Werke geht, Theo! Die Frühstücksbrettchen richtet er genau parallel zur Tischkante aus. Auf die Brettchen legt er dann mittig und diagonal die Messer und zwar so, dass die gedachte Verlängerung der Klinge auf den Mittelpunkt des Bodens des rechts stehenden Kaffeebecher zeigt.

Ebenso pedantisch kümmert er sich um den Rest des Frühstücks: 60g Müsli und 100 ml Milch pro Schale (abgewogen bzw. abgemessen!), drei Sorten Marmelade, gleichmäßig dick geschnittene Brotscheiben – akkurat aufgefächert im Brotkorb präsentiert. Diesen Frühstückstisch-Deck-Tick hat er, solange ich ihn kenne – er selbst merkt es nur nicht.

Rührei
Es ist alles vorbereitet!

Anschließend stellt er eine eingefettete Pfanne auf die Herdplatte, legt Eier und Pfannenwender bereit und öffnet die Küchentür. Ist Frauchens Fön im Treppenhaus zu hören, sprintet der Alte zum Herd, schlägt die Eier in die Pfanne, schaltet die vorbereitete Kaffeemaschine ein und ist überglücklich, wenn alles genau in dem Augenblick fertig ist, in dem Frauchen mit ihrer Anwesenheit den Raum erhellt.

Ich hingegen liege während der ganzen Zeit entspannt auf meiner Decke, beobachte den routinierten Ablauf und könnte mich innerlich bebrezeln vor Lachen, wenn ich sehe, wie der Alte im Stile eines Duracell-Häschens hin und her springt, bis alles zu seiner UND Frauchens Zufriedenheit erledigt ist! Ein wunderschön befreiendes Gefühl, dass einem als Hund so etwas total am Gesäß vorbeigeht!

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