STORY: Der Fellwechsel beim Leinenhalter Wer verliert hier so viele Haare?

Nachos Fellwechsel
Der Alte meint, für mich gäbe es nur schlafen, fressen, abhängen

Theo, du glaubst es nicht, aber bei meinem Alten tendiert die Stimmung schon wieder gegen Null. “Schlafen, fressen, abhängen, Gassi gehen”, sind seine Stereotypen, die mir wie ein Mantra von morgens bis abends in den Ohren klingeln. Zweimal jährlich erfährt das Mantra aber seine Zuspitzung, wenn es um das Wort “Fellwechsel” ergänzt wird!

Ich gebe ja gerne zu, dass ich hin und wieder ein Haar verliere; aber Theo, jetzt mal ganz ehrlich unter uns Hundesöhnen: Wer verliert keine Haare? Da fallen mir selbst bei scharfem Nachdenken nur Bruce Willis und Andre Agassi ein. Ansonsten musst du dir nur mal die Haarbürste von Frauchen oder den Kamm vom Alten anschauen. Beides sieht aus, als fänden hier tägliche Fellwechsel statt!

Nachos Haare
Mein Gott! Wer haart denn hier so?

Rätselhaft bleibt allerdings, von wem dieses drahtige, hauptsächlich schwarze und weiße Kurzhaar stammt, das sich in der Tat mal mehr, mal weniger im ganzen Haus wie Wollmäuse im Frühjahr verbreitet. Es findet sich nahezu überall! Vor allen Dingen auf den Bodenfliesen, aber auch auf Sofa und Sesseln, den Stühlen im Essbereich, den Fensterbänken, den Tasten des Klaviers, gelegentlich sogar auf der Küchenanrichte. Die Alten jagen diesen Haaren fast krankhaft hinterher – bewaffnet mit Lappen, Staubfängern und Höllenmaschinen mit langen Schwänzen, die sie in Löcher in der Wand stecken. Danach ist der ganze Spuk wieder vorbei. Zumindest für die nächsten ein, zwei Stunden.

Schneelandschaft
Der nächste Winter kommt bestimmt!

Nun bin ich wirklich kein Hund, der stets alle Schuld von sich weist, und so räumte ich für einen kurzen Moment auch ein, dass das Haar vielleicht aus meinem Fell gerutscht sein könnte, zumal es farblich absolut passt. Doch dieser Verdacht ließ sich leider nicht erhärten. Nach intensiven Überlegungen möchte ich sogar behaupten, dass das Gegenteil der Fall ist. Da mein Fell zurzeit täglich dichter und dicker wird, scheint nicht von der Pfote zu weisen sein, dass ich wie ein Magnet die hier überall herumliegenden Haare anziehe, womit ich gleich zwei Zecken mit einer Klappe geschlagen hätte: Ich enthaare als lebender Swiffer unsere Hütte und lege mir gleichzeitig ein dichteres Fell zu, denn eines ist so sicher, wie die Fliege am Napf: Der nächste Winter kommt bestimmt!


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