STORY: Der Höllentrip nach Granada

Nacho
Na gut, an die Pedale komme ich schon mal

Theo, du glaubst es nicht, aber ich habe solch einen Bammel vor dem nächsten Rudelurlaub. Normalerweise bin ich ja mit allen Güllen gewaschen, aber wenn ich daran denke, was mich dieses Mal erwartet, geht mir mein kleiner smarter Hintern auf Grundeis.

Warum die ganze Aufregung? Weil ich hörte, wie der Alte zu Frauchen sagte “Wir wechseln uns beim Fahren ab!” Dieser Satz fiel, während ich gestern Nachmittag nichtsahnend auf meiner Decke döste und ließ mir das Herz ins tiefste Unterfell rutschen.“Wir wechseln uns beim Fahren ab!” Natürlich wusste ich, dass bei diesem Thema noch eine Entscheidung ausstand, begleitete uns die Debatte doch, seitdem klar war, dass wir den diesjährigen Urlaub in meiner weit entfernten andalusischen Heimat verbringen werden. Aber nicht im Tagtraum hätte ich gedacht, dass mir die Verantwortung für das körperlich unversehrte Ankommen meines Rudels in die Pfoten gelegt wird.

Nacho
Wo ist denn jetzt der Lenker?

Selbstverständlich weiß ich, wie man ein Auto fährt. Dies zu lernen fiel mir auf den unzähligen Touren nicht schwer, hatte ich unter meiner Schrägheckklappe doch stets einen guten Überblick über den Gebrauch sämtlicher Bedienelemente unseres fahrbaren Untersatzes. Was mir wirklich Sorgen bereitet, sind meine recht kurz geratenen Läufe. Um an die Pedale für Blinker und Lichthupe zu gelangen, muss ich mich schon auf dem Bodenblech bewegen, während ich den Gashebel am Lenker nur bedienen kann, wenn ich mir zwei Londoner Telefonbücher unters Gesäß schiebe. Zur Not geht das natürlich – schließlich kann ich jeden Richtungswechsel auch mit meinen Ohren anzeigen – aber bequem geht anders. Mein größtes Handicap sehe ich allerdings darin, dass mir schon nach kurzer Zeit die Augen zufallen. Auf meinen Gassirunden habe ich kein Problem damit, aber sobald ich mich in geschlossenen Räumen aufhalte, überhundet mich die Müdigkeit und ich kann mich höchstens noch durch permanentes Fressen wachhalten. Und das, was mich dann erfasst, ist mit “Sekundenschlaf” nur unzureichend beschrieben.

Wie ich aus der Nunmer herauskommen soll, weiß ich noch nicht. Andererseits belle ich mir, dass bis zum Urlaub noch viel Wasser durch den Napf fließt.


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