STORY: Eichhörnchen hinter Glas Die Puschelratten werden immer dreister

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Nacho
Die Eichhörnchen machen was sie wollen

Theo, du glaubst es nicht, aber die Eichhörnchen in unserem Garten werden von Tag zu Tag frecher. Machen mit ihren von den Bäumen geklauten Nüssen einen auf dicke Hose und blasen vor lauter Wichtigtuerei die Backen auf, als seien sie die wahren Herrscher meines mir anvertrauten Territoriums. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, sie zeigten mir am liebsten ihre Mittelzehen, hätten sie nicht alle Pfoten voll damit zu tun, das dreist entwendete Diebesgut im Garten zu verbuddeln.

Du fragst dich jetzt sicher, warum ich diesem wilden und gesetzlosem Treiben nicht längst ein Ende gesetzt habe? Warum ich nicht einfach mal mit harter Pfote dazwischen gegangen bin? Ganz einfach: Weil uns das Sicherheitsglas der an kühlen Tagen meist geschlossenen Terrassentüren trennt! Und das wissen die verdammten Baumfüchse ganz genau. Dann schlurfen sie in aller Gemütsruhe voll beladen dicht an den Terrassentüren vorbei und amüsieren sich prächtig, wenn ich rasend vor Wut immer wieder gegen die Scheiben knalle.

Eichhörnchen
Ganz schön dreiste Dinger!

Irgendwann erkenne ich natürlich die Sinnlosigkeit meines Tuns – bin ja nicht blöd – und erfreue mich an meinen munteren Gedankenspielen. So dumm ist das ja gar nicht, was die kleinen Puschelratten da veranstalten! Getreu dem Motto “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not” vergraben sie die Nüsse, die die gierigen Mäuler nicht sofort verspachteln können, um sie schon bei der nächsten Hungerattacke wieder ans Tageslicht zu befördern. Im Gegensatz zu uns Fellnasen vergessen sie aber oft die Stelle, an der sie ihren Wintervorrat vergraben haben und das ist im Frühjahr der Moment, wo unser Rudelführer rot sieht, wenn auf seinem gepflegten Rasen viele kleine Walnussbäumchen oder stämmige deutsche Eichen das Licht der Welt erblicken.

Nacho
3. Blatt von rechts. Muss mir die Stelle gut merken

Die Erkenntnis, die ich nach stundenlangem Nachdenken auf der Hundedecke aus alldem ziehe, ist, dass sich bei einer entsprechenden Adaption der Verhaltensweise zwei Zecken mit einer Klappe schlagen lassen. Zum einen könnte ich nach Lust und Laune zu jeder Tageszeit im Garten schlemmen, zum anderen wüchsen dort im nächsten Frühjahr kleine Leckerchensträucher und Knochenbäume heran, sollte ich mich tatsächlich mal eines Verstecks nicht mehr erinnern. Die Mühen des Verbuddelns und der Makel des Vergessens würden sich wunderbar ergänzen und tausendfach belohnt!


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