STORY: Ein Burrito-Hund auf Diät

Nacho
14 kg Knochen, Muskelmasse und Winterfell

Theo, du glaubst es nicht, aber ich fühle mich durch meinen Leinenhalter stark verunsichert. Man bzw. hund hat ja ein bestimmtes Bild von sich selbst, wenn du verstehst, was ich meine. Ich, zum Beispiel, sehe mich als flotter Typ; jung und dynamisch, mit dem gewissen Etwas, das bei den meisten Weibchen gut ankommt und sie meine Kastration (vorübergehend) vergessen lässt. Bin zwar kein Adonis, aber auch kein Windhund.

Gewichtsmäßig könnten es vielleicht ein, zwei Kilogramm weniger sein, doch bisher habe ich das stets mit schwerem Knochenbau und überdurchschnittlich viel Muskelmasse zu entschuldigen gewusst. Außerdem lege ich zum Winter hin immer etwas zu, schon allein durch den jahreszeitlich bedingten Fellwechsel. Möglicherweise bin ich auch nur zwei, drei Zentimeter zu klein für mein Gewicht. Du siehst: Alles Gründe, die ich nicht zu vertreten habe.

Rückblickend müsste mich allerdings schon mein erster Tierarztbesuch nachdenklich gestimmt haben. “Nacho ist körperlich topfit! Das bisschen Hüftgold können Sie getrost vernachlässigen”, lautete das Ergebnis des Gesundheitschecks. Hüftgold! Dabei hatte der Doc im Rahmen seiner Untersuchung so an mir rumgemacht, dass sich das Fell einfach nur verschoben hatte und an der ein oder anderen Stelle kleine Wülste bildete. Nachdem ich mich beim Verlassen der Praxis einmal kräftig durchgeschüttelt hatte, saß alles wieder wie angegossen!

Burrito
Sehe ich etwa aus wie ein Burrito?*

Der erste richtige Schock traf mich, als mich die in Maastricht studierende Tochter des Hauses nach längerer Abwesenheit wiedersah und mich mit den Worten “Na, mein kleiner Burrito!” begrüßte. Falls du es nicht weißt, Theo, Burritos sind gefüllte Tortillas aus Weizenmehl! Das saß. Seit diesem einschneidenden Erlebnis laufe ich nur noch mit eingezogenem Bauch durchs Haus, sobald sich diese vorlaute Göre auf Heimaturlaub befindet.

Tja, Theo, was soll ich bellen? Gestern ertappte ich zufällig den Alten dabei, wie er sich mit einigen Facebookfreunden über Maße und Gewichte unserer stolzen, spanischen Hunderasse austauschte. Das Ergebnis? Es sieht nicht gut aus. Einmal hörte ich sogar, wie der Alte seiner besseren Hälfte zuraunte, dass sie mit mir – so rein gewichtstechnisch gesehen – eigentlich 1 1/2 Nachos hätten. Dabei sei einer von meiner Sorte schon mehr als genug!

Napf
Das wird mich morgens aus dem Napf anstarren

Die Folge wird sein, dass bei uns Schmalhans Küchenmeister eingestellt wird. Zwar kenne ich den Typen noch nicht, aber er wird nicht nur Auswirkungen auf die Füllhöhe meines Futternapfs haben. Leckerchen werden gestrichen und mehr sportliche Aktivitäten sind angesagt. Dog Agility. Dabei sollte sich der Alte doch mal selbst im Spiegel anschauen. Sein Hüftgold beginnt an den Füßen und rankt sich hoch bis zu seinem markanten Doppelkinn!

(*Photos courtesy of and copyright Free Range Stock, www.freerangestock.com)

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