STORY: Ein Frühstücksei für die Fellpflege Der Kampf gegen Hundehaare

Nacho von oben
Das Fell ist die Visitenkarte des Hundes (Nacho von oben)

Theo, du glaubst es nicht, aber ich amüsiere mich jedes Mal köstlich, wenn ich nur daran denke, wie leicht sich meine Leinenhalter um die kleine Kralle wickeln lassen! Das hängt natürlich nicht zuletzt mit der für Zweibeiner typischen, sehr eingeschränkten Auffassungsgabe zusammen. Deshalb darf man ihnen da auch keinen Vorwurf machen. Aber lustig ist es trotzdem. Doch jetzt der Reihe nach.

Frühstücksei
Das linke Viertel wartet schon auf mich

Es hat sich in unserem Rudel der schöne Brauch entwickelt, dass ich jeden Morgen ein Stück vom Frühstücksei abbekomme. Natürlich nicht am Tisch, sondern immer etwas abseits davon, denn Betteln ist in unserer Hütte tabu. Allein darüber könnte ich mich schon innerlich schlapp lachen! Denn selbstverständlich sitze ich weiterhin mit ausgehungertem und flehendem Blick auf meinen Hinterläufen – nur mit knapp zwei Meter Abstand vom Ort des Geschehens.

Frühstücksei für Fellpflege
Alles für meine Fellpflege

Warum man mich überhaupt mit Ei verwöhnt, willst du wissen? Weil der Alte irgendwo gelesen hat, dass dies gut für mein Fell sei. Und da der Wunsch Vater des Gedankens ist, meint er, inzwischen festgestellt zu haben, dass ich auch viel weniger haare.

Nachos Haare
Die müssen ganz schnell verschwinden!

Doch ich kann mich natürlich nicht mit allen fünf Pfoten der Natur entgegenstemmen, sobald diese ihr Recht verlangt. Steht nämlich der halbjährliche Fellwechsel an, hilft kein ach so dickes Ei mehr. Da ich aber auf jeden Fall verhindern möchte, dass dieser schmackhafte Brauch wieder zum Erliegen kommt, bin ich mittlerweile den halben Tag damit beschäftigt, meine herabgefallenen Fellhaare zu verbergen.

Zu Beginn des Fellwechsels reichte es noch, die wenigen schwarzen Haare mit der Zunge genau in die dunklen Fugen zwischen den Bodenfliesen zu schieben, während ich die weißen Haare gegen die Türkanten drückte. Nachdem sich der Fellwechsel jedoch verstärkte, begann ich, das ein oder andere Haarbüschel mit dem Schwanz unter das Klavier und hinter die Schränke zu wedeln. Inzwischen bin ich aber an einen Punkt gelangt, wo das alles nicht mehr hilft. Schon wenn ich mich nur langsam durchs Haus schleppe, ziehen sich die ausfallenden Haare wie die Kondenzstreifen eines Doppeldeckers hinter mir her. Also liege ich nun seit drei Tagen unbeweglich auf meiner Decke und rappel mich nur noch ganz vorsichtig hoch, wenn es um die Erledigung meiner kleinen und großen Geschäfte geht.

Heute Morgen dann der dicke Hammer: Meint der Alte doch, dass die Sache mit dem Ei sofort eingestellt werden muss. Zwar habe sich mein Fell prächtig entwickelt, aber dass mir das Frühstücksei derart schwer im Magen zu liegen scheint – das sei es nicht wert!


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