STORY: Hunde sind Dumpfbacken?

Nacho mit Narrenkappe
Der Alte denkt oft, wir Hunde seien Dumpfbacken

Theo, du glaubst es nicht, aber ich kann schon verstehen, dass die Zweibeiner manchmal denken, wir Fellnasen hätten einen an der Waffel, bei dem, was wir so alles anrichten. Da brauche ich nur an meine eigenen Missgeschicke zu denken. Sei es die Geschichte neulich beim Italiener, als der schusselige Kellner über meine Leine stolperte und der mit Pasta gefüllte Teller krachend zu Boden ging. Oder der Auffahrunfall in der Küche, wobei ich mir nach wie vor sicher bin, dass der Alte mit dem Wischmop von rechts kam und von daher haltepflichtig war, bis ich von links kommend passiert hätte. Tja, und jetzt noch die Schlagzeile, die diese Woche im Kölner Stadtanzeiger zu lesen war. Die macht das Bild, das einige von uns in der Öffentlichkeit abgeben, auch nicht besser. Die Schlagzeile lautete: “Angeleinter Hund demoliert mit Tisch parkende Autos“.

Sitzgruppe vor Bäckerei
So ein Tischchen haue ich mit einer Pfote weg

“Auch so eine Dumpfbacke!”, prustete unser Rudelführer los, nachdem er beim Frühstück den Artikel gelesen hatte. Was war passiert? Ein Herrchen hatte seinen Hund an einem kleinen Tisch festgebunden, der vor einer Bäckerei in Iserlohn stand. Plötzlich schoss der Vierbeiner los und beschädigte mit dem hinter ihm her zappelnden Tischchen zwei vor dem Laden abgestellte PKWs.

Nun mal abgesehen von der Tatsache, dass dieser Hundehalter nicht ganz dicht gewesen sein muss, wenn er dachte, wir ließen uns von einem Tischbein bändigen, versuche ich, mich in die Situation der aufbrausenden Fellnase zu versetzen. Was könnte Ursache für ihren plötzlichen Erregungszustand gewesen sein?

Ladendieb
Vielleicht hat der Hund einen Ladendieb ertappt!

Standen die zwei Autos möglicherweise im absoluten Halteverbot, als der Hund eine mit Strafzetteln bewaffnete Politesse kommen sah? Konkret: Wollte er also nur in guter Absicht die Fahrzeughalter vor der nahenden Staatsgewalt warnen? Oder konnte der Hund in der Bäckerei einen dreisten Ladendieb beobachten, der aus der Kuchentheke einen wehrlosen Berliner entwendet hatte, um sich mit diesem aus dem Staub zu machen? Da ist es doch Ehrensache, dass sich ein Hund an die Fersen eines solchen Strolches heftet. Ob mit oder ohne Tisch!

Vielleicht wollte auch eine gebrechliche, alte Dame schwer bepackt und halb blind die Straßenseite wechseln. Dem wachsamen Auge des Fellträgers entgeht eine solche gefährliche Situation nicht und möglicherweise war es seine Absicht, blitzartig hervorzupreschen, um den unablässigen Strom der Autos so zu teilen, wie es Moses ehedem mit dem Roten Meer getan hat. Nach der sicheren Querung der alten Dame wäre der Verkehr wieder über die Straße hereingebrochen und hätte – wie seinerzeit das Rote Meer die alten Ägypter – sämtliche Ladendiebe und Politessen unter sich begraben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.