STORY: Ich hasse Dog-Dancing

Nacho
Der Alte hat nicht alle Bretter vorm Kopf!

Theo, du glaubst es nicht, aber manchmal denke ich, dass mein Leinenhalter nicht alle Bretter vorm Kopf hat. So bellt er schon seit Tagen davon, dass er mit mir zum Dog-Dancing gehen möchte. Beim Dog-Dancing lernen Hund und Halter, sich tänzerisch und spielerisch zu Musik zu bewegen. Diese Art von Zeitvertreib geht mir sowas von am Gesäß vorbei. Vor allen Dingen, wenn ich daran denke, wie ungeschickt der Alte sich so schon anstellt. Im Rudel lästert man hinter vorgehaltener Pfote, dass zwei linke Pfoten und Herrchen ein und dasselbe seien. Wie ich mit dem ‘ne flotte Hornhaut auf’s Parkett legen soll, bleibt mir also ein Rätsel.

Vor allen Dingen, wenn ich daran denke, dass ich sogar fünf Pfoten habe, die ich beim Tango oder Schiebe-Blues vor seinen 43er-Tretern in Sicherheit bringen muss. Hab schließlich keine Lust, den Tanzball auf fünf Entenfüßen zu verlassen. Dazu kommt noch, dass ich mich auch körperlich unwohl fühlen würde. Ich mag den Alten zwar sehr, aber allein die Vorstellung, mich mit ihm Wange an Wange über den Tanzboden zu schieben, verursacht mir ein flaues Gefühl in der Magengegend.

Tänzerin
Bei so einer Partnerin könnte mein striktes “Nein” fallen…

Auch was die Musik betrifft, gehen unsere Vorlieben weit auseinander. Wenn ich daran denke, dass er mit mir in den Läufen wilde Pirouetten zu “Atemlos durch die Nacht” dreht, möchte ich ihm schon jetzt entgegen bellen “I can’t get no satisfaction!” Das hätte natürlich ein “Halt die Schnauze!” zur Folge und auf der anschließenden Heimfahrt säßen wir nebeneinander und schwiegen uns drei Tage an.

Oh Herrchen, lass diesen Napf an mir vorübergehen.

 


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