STORY: Ich reiß mir den Hintern auf!

Nacho
Manchmal habe ich die Faxen echt dicke…

Theo, du glaubst es nicht, aber so langsam habe ich die Faxen meines Leinenhalters dicke. Ständig lamentiert der Alte, ich läge rund um die Uhr mit vollgefressenem Bauch auf der verlausten Hundedecke, würde meine fünf Pfoten zählen oder auf Godot warten und schwarze Löcher in die Luft starren. Dabei stimmt das gar nicht! Ganz im Gegenteil. Ich reiße mir in unserem Haushalt 24 Stunden den Hintern auf, aber das scheint der Rest des Rudels nicht mitzugkriegen. Beispiele gefällig? Bitte sehr, daran soll es nicht mangeln:

Nachos Haare
Mein Gott! Wer haart denn hier so?

Morgens nach dem Wecken mache ich mich sofort als Swiffer-Staubmagnet nützlich und reinige die Steinfußböden im Erdgeschoss unseres Hauses. Herrchen hat jedoch gar keinen Blick dafür. Stattdessen behauptet er, ich würde nur ständig „Sitz“ machen und mit dem Schwanz wedeln, weil ich um Leckerchen bettele. Schmutz, der sich mit dem Schwanz nicht großflächig verteilen lässt, lese ich sorgfältig mit meiner langen Zunge auf – ebenso Krümel und Essensreste, die in den Fugen liegengeblieben sind.

Nacho
Nach getaner Arbeit ist gut ruh’n

Ist dieser Job getan, geht es ab in den Garten. Dort prüfe ich sorgfältig den Feuchtegrad des Bodens und bei Bedarf wässere ich gleich an Ort und Stelle. Ebenso verfahre ich mit dem Düngen von Blumen und Pflanzen. Doch in beiden Fällen ist der Ärger vorprogrammiert, sobald sich die Alten streiten, wer mich wann das letzte Mal Gassi geführt hat und ob ich dort meine großen und kleinen Geschäfte erledigt hatte oder nicht.

Mindestens einmal wöchentlich vermesse ich unser Grundstück neu. Dazu schreite ich gewissenhaft alle vier Seitenlängen ab und markiere mindestens die Grenzpunkte. Nebenbei poste ich auf diese Weise, dass Konkurrenten und Katzen mehr als unerwünscht sind – sozubellen als Abfallprodukt!

Dann garantiere ich rund um die Uhr eine permanente Überwachung von Haus, Hof und Garten. Selbstverständlich ziehe ich mich dazu gelegentlich auf meine Decke zurück. Jedoch nicht, um dort meine Pfoten zu zählen – wie der Alte meint, sondern nur, um zu jeder Tages- und Nachtzeit ausgeruht zuschlagen zu können.

Meerschweinchen
Der kleine Saftbraten ist mir richtig ans Herz gewachsen!

Meine Hilfsbereitschaft endet auch nicht an unserer Grundstücksgrenze. So habe ich mich wiederholt dazu bereit erklärt, auf die Meerschweinchen unseres Nachbarn aufzupassen. Die kleinen Saftbraten leben nämlich in der ständigen Gefahr, von dem hier oft kreisenden Mäusebussard vereinnahmt zu werden. Wie gerne würde ich für ihre Sicherheit sorgen ;-). Dass ich dem Mäusebussard trotz mutiger Gegenwehr einfach nicht gewachsen war, wäre eine super Ausrede, die niemand in Zweifel ziehen würde. Doch was die Meerschweinchen betrifft, traut mir Herrchen nicht einmal von 12 Uhr bis Mittag.

Du siehst Theo, ich schlage mich in diesem Haushalt doppelt und dreifach und manchmal frage ich mich sogar, wie das Rudel früher ohne mich überhaupt klar gekommen ist!? Ich werde mich auf jeden Fall sehr schonen, um meinen Lieben noch möglichst lange unter die Läufe greifen zu können. Ihr zufriedenes Lächeln, wenn ich mich abends endlich zur Nacht bette, ist mir dann Dank genug!


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