STORY: Im Tüten-Rausch Heiteres Tütenerraten

Nacho
Mein Umfeld kenn ich in- und auswendig

Theo, du glaubst es nicht, womit man sich als Hund so befasst, wenn man den ganzen Tag auf der Decke abhängt. In meinem unmittelbaren Umfeld ist mir mittlerweile alles bestens vertraut. So weiß ich genau, welche Falten meine Decke bei Seiten- oder Bauchlage wirft und dass sie an heißen Sommertagen gut zwei Millimeter länger ist als im Winter. Ich kenne auf ihr sämtliche Flecken und könnte deren Entstehungsgeschichten in der richtigen zeitlichen Reihenfolge erzählen.

Außerdem schaffe ich es mittlerweile im Liegen, bis zu 68 meiner weißen Hundehaare beliebig lang hoch in der Luft zu halten, indem ich nur mit der Schwanzspitze wedele. Die Haare anschließend ausnahmslos auf die schwarzen Klaviertasten herabschweben zu lassen, zähle ich inzwischen zu meinen Glanznummern.

Nacho mit einer Tüte Toast
Eine Packung Toast erkenne ich am Geruch

Woran es jedoch bei all meinen kontemplativen Fähigkeiten hapert, ist, am Klang sich öffnender Tüten auf deren Inhalt zu schließen. Ist das bei Tüten, denen etwa ein köstlicher Brötchenduft entsteigt, noch relativ einfach, wird das bei Verpackungen, die Nudeln enthalten, ungleich schwerer. Da ich aber beides für mein Leben gern fresse, muss ich mich jedesmal von meiner Decke erheben, um in der Küche nach dem Rechten zu sehen.

Papiertüten
Über‘s Rascheln auf den Inhalt zu schließen, ist nicht einfach

Dabei kommt es jedoch sehr häufig zu Fehlalarmen. So kann eine knisternde Plastiktüte Leckerchen, aber auch drei neue Topfschwämmchen bedeuten. Oder eine raschelnde Papiertüte statt eines frischen Croissants ein Paar bunte Socken enthalten. Um hier die Erfolgsquote deutlich zu erhöhen, wird meinem Spürsinn und meinen zwei Synapsen ein gehöriges Maß an Feintuning abverlangt.

Kot-Beutel
Absoluter Reinfall: Der eigene Kotbeutel

Fürs erste würde mir allerdings schon reichen, wenn peinliche Missverständnisse künftig ausgeschlossen sind. So hörte ich auf einer unserer letzten Gassirunde eine Plastiktüte rascheln, die der Alte aus seiner Hosentasche zog. Vom Gedanken an leckere Knabbereien den Blick vernebelt, stürzte ich sofort auf ihn zu. Allerdings nur, um gleich darauf festzustellen, dass es sich lediglich um einen Kotbeutel handelte, den er in Erwartung meines großen Geschäfts herausgepellt hatte.


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