STORY: Ich und Haushalt? Häh?

Theo, du glaubst es nicht, aber der Alte meint doch allen Ernstes, ich müsste mehr zur Haushaltsführung beitragen. Es ginge nicht an, dass er und Frauchen tagsüber arbeiten müssen, um mich am Fressen zu halten, während ich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Siesta mache und die Krümel auf der Hundedecke zähle. Ich dachte erst, ich höre nicht richtig! Da sein Wortschwall aber wieder mal kein Ende nehmen wollte, habe ich mich hochgerappelt, mich aufrecht hingesetzt und – um allerhöchste Aufmerksamkeit zu zeigen – die Ohren gespitzt; ganz nach dem Motto “Links rein, rechts raus”. Weißt du, Theo, das alles kann ich langsam nicht mehr hören, da kriege ich sooo eine Krawatte!! Als wenn ich nichts zu tun hätte. Soll ich dir mal schreiben, wie MEIN Tag aussieht?

Morgens gegen 4 Uhr ist für mich die Nacht rum, weil der Alte unter Schlafstörungen leidet. Tut mir zwar echt leid, aber wenn er um diese Zeit durchs Haus stolpert, Licht macht, sich den ersten Kaffee aufbrüht und danach Zeitung liest, ist auch für mich an Schlaf nicht mehr zu denken. Außerdem bedeutet das: ich muss mich aufraffen, auf ihn zu laufen, an ihm hochspringen und ihn schwanzwedelnd begrüßen, damit er nicht schon morgens eingeschnappt ist. Er meint nämlich, dass sich ein Hund zu jeder Tages- und Nachtzeit unbändig freuen muss, wenn das ach so tolle Herrchen erscheint. Sonst stimme in der Hund-Herrchen-Beziehung etwas nicht. Da ich weiß, wessen Hand mich füttert, tue ich ihm den Gefallen. Bis zur ersten Gassirunde liege ich dann entspannt auf meiner Decke und überlege mir die nächsten Blogeinträge. Nachdem ich mit Herrchen draußen war, lasse ich mir das Trockenfutter-Frühstück munden und da es sich mit vollem Bauch nicht gut arbeiten lässt, schließt sich dem ein kleines Verdauungsschläfchen an. Gegen Mittag lege ich mich bei schönem Wetter gerne in den Garten und gehe gedanklich noch einmal meine geplanten Blogbeiträge durch.

Nach einem kleinen, herzhaften Snack setze ich mich dann ans Notebook und tippe meinen ersten Post. Oft bleibt es bei dem einen, es sei denn, ich verschiebe das Schreiben komplett auf den nächsten oder übernächsten Tag. Ist die Entscheidung getroffen und alles erledigt, haue ich mich erstmal auf meine Decke, überlege, ob das eben gepostete verständlich ist und mache gegebenenfalls das ein oder andere Update. Es sei denn, mich übermannt plötzlich der Schlaf, was zugegebenermaßen häufig passiert. Ich erwache aber schlagartig, sobald Herrchen oder Frauchen von der Arbeit zurückkommen und den Schlüssel im Haustürschloss umdrehen. Muss mich ja wieder aufraffen, auf sie zu laufen, an ihnen hochspringen und sie schwanzwedelnd begrüßen, damit sie nicht für den Rest des Tages sauer sind. Danach lasse ich mich vom Begrüßungsritual erschöpft auf meiner Decke nieder und höre mir mit einem Ohr noch an, was sie beide Tolles geleistet haben, während ich gedanklich schon zum Abendessen abdrifte. Später folgt noch eine kurze Gassirunde mit einem letzten Post am Trafokasten und bevor im Haus die Lampen ausgehen, drehe ich mich auf meiner geliebten Hundedecke noch einmal um die eigene Achse und bette mich nach einem anstrengenden Tag zur Nacht.

Jetzt verrate mir bitte mal, wo da noch Spielraum für eine aktive Beteiligung an der Haushaltsführung bleiben soll?


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