STORY: Mein unerfülltes Liebesleben Schmerzhafte Folgen der Kastration

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Nacho grübelt über sein unerfülltes Liebesleben
Ach, Pepita!

Theo, du glaubst es nicht, aber ich, der ich doch als eingefleischter Junggeselle gelte, werde von einer bezaubernden Hundedame angehimmelt! Seitdem schwebe ich auf Napf 7 durch‘s Leben und ein permanentes Lächeln umspielt meine Lefzen. Aber „Wo viel Licht ist, werfen Zecken dunkle Schatten“ lautet ein altes Bellwort in meiner früheren Heimat Andalusien. Doch jetzt von Anfang an:

Ich weiß nicht mehr genau, wann es begann. Lass es mal eine gute Woche, vielleicht auch acht Tage her sein, als mir auf meiner morgendlichen Gassirunde ein Duft in die Nase stieg, der mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf. Der Duft entströmte einer kleinen, unscheinbaren Markierung, die den unteren Blättern eines Rosenstrauchs anhaftete. Ich war wie hypnotisiert und versuchte aufgeregt, die nur leicht hingehauchte Botschaft zu entziffern. Nach etwa zehn Minuten war ich mir endlich sicher. „Hey, du!“, lautete sie und ein zarter Geruch verriet mir ihre weibliche Herkunft. Meine Gefühle fuhren Achterbahn und ein leichtes Beben durchlief meinen Körper, als ich den rechten Hinterlauf hob, um ein vorsichtiges „Meinst du mich?“ zu entgegnen. Erst der energische Ruf „Jetzt komm endlich weiter!“ meines Leinenhalters brachte die Achterbahn zum Absturz und so trottete ich gedankenverloren hinter dem Alten her.

Schmetterlinge
Schmetterlinge in meinem Bauch

Zurück in unserer Doppelhüttenhälfte ließ ich mich schwer seufzend auf meiner Hundedecke nieder und lauschte den Schmetterlingen in meinem Bauch. Wird sie mir antworten? Um das möglichst schnell zu erfahren, täuschte ich eine weitere volle Blase vor, indem ich mich mit zusammengekniffenen Hinterläufen Richtung Haustür schob. Missmutig machte sich der Alte mit mir erneut auf den Weg und schon bald hatten wir den Rosenstrauch erreicht. Zitternd und tastend führte ich meine Nase über die vor Feuchtigkeit dampfenden Blätter. Es dauerte nicht lange, bis meine 200 Millionen Geruchszellen ein „Ja, du bist gemeint, mein großer, starker Nacho!“ umwehte. Mit einem übermütigen Hüftschwung setze ich ein „Wie heißt du denn, Süße?“ ab und zog vor Glückseligkeit taumelnd hinter dem laut fluchenden Alten her.

In den nächsten Stunden entwickelte sich unsere Beziehung flott weiter:
„Ich bin Pepita!“
„Pepita? Die kleine, scharfe Terrierdame?“
„Genau die. Ich habe mich in dich verguckt!“
„Aber ich bin doch nur ein kleiner Hundemann mit Migrationshintergrund.“
„Ich bete dich an!“
„Du gefällst mir auch, Pepita!“
„Ganz unter uns, Nacho, ich bin so was von heiß!“
„Schluck!“

Markierung
„Ich bin so was von kastriert!“

Da stand ich nun mit meinem kurzen Fell. Ich hatte mich auf einen Flirt eingelassen, dessen letzte Konsequenz nun schmerzlich spürbar wurde. Ein letztes Mal zielte ich auf unsere Rosenblätter: „Ganz unter uns, Pepita, ich bin so was von kastriert!“ glitzerte es anschließend feucht im Licht der untergehenden Sonne.


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