STORY: Sprachprobleme im schönen Maastricht

Theo, du glaubst es nicht, aber am letzten Wochenende ist etwas sehr Merkwürdiges passiert, an dem ich bis heute knabbere. Ich weiß nicht, ob ich dir das schon einmal gepostet habe, aber die Tochter unseres Rudels ist umgezogen und studiert jetzt in… Warte mal, wie war das gleich noch? Ich glaube Maastricht. Ja, genau. Maastricht heißt die Stadt und am vergangenen Sonntag haben wir sie dort besucht.

Maastricht selbst hat mir sehr gut gefallen; es ist eine schöne, alte Stadt mit engen Straßen und Gassen, beschaulichen Plätzen und vielen kleinen Geschäften. Bis hierhin ist noch alles OK, Theo, aber als ich zum ersten Mal mein Bein hob, stutzte ich. Ich weiß noch genau, es war an einer Plakatwand. Die dort abgesetzte Markierung kam mir spanisch vor: “Ik ben de hond Piet en groet alle mijn vrienden!*”, dampfte es frisch knapp drei Pfoten breit über dem Boden. Diese von einer offensichtlich schweren Lese-Rechtschreibstörung geprägte Nachricht irritierte mich so sehr, dass sich meine Blase sofort wieder schloss. Doch auch an den folgenden Stellen, die für meine Notdurft in Frage kamen, sah es nicht anders aus. Wo ich auch schnupperte: überall prangten Nachrichten, deren Inhalt sich mir nicht erschloss.

Weil es inzwischen arg pressierte, ich aber trotzdem nicht mit meiner Markierung aus dem Rahmen fallen wollte, setzte ich ohne Sinn und Verstand einen Post ab, der in etwa “St bnin hrtz winkle Ajk cvbo!” lautete. Hauptsache, der Druck auf meiner Blase ließ nach. Körperlich ging es mir nun besser, doch war meine mentale Verwirrung komplett, als wir mit dem ganzen Rudel in einem Straßencafé saßen und der Alte der Bedienung so etwas wie “Drie kopjes koffie en een Seven Up, alsjeblieft!**” erwiderte. ‘Jetzt dreht mein Leinenführer durch und stammelt auch nur noch wirres Zeug’, dachte ich entsetzt. Was war hier los? Sollte sich der Alte an einer der seltsamen Markierungen infiziert haben? Nach unserem Kaffee ging es weiter: “Kan ik betalen, alsjeblieft?***” und “Tot ziens!****” rief er der Bedienung nach, die im Gegensatz zu mir sein peinliches Gestammel zu verstehen schien. Anschließend verabschiedeten wir uns von der Tochter des Hauses, stiegen ins Auto und gelangten nach gut einer Stunde Fahrt zurück zu unserer Hütte in Düsseldorf.

Schlagartig war der ganze Spuk vorbei. Die Markierungen sind wieder eindeutig lesbar und der Alte drückt sich klar und verständlich aus. Nun zermartere ich mir schon den ganzen Tag mein kleines Drei-Synapsen-Gehirn, um eine Erklärung für alles zu finden. Hast du vielleicht eine Ahnung, was da abging, Theo?

* Ich  bin der Hund Piet und ich grüße alle meine Freunde!

** Drei Tassen Kaffee und eine Seven Up-Limonade, bitte!

*** Kann ich bitte bezahlen?

**** Bis demnächst!

 


Hat dir der Artikel gefallen, freue ich mich, wenn du ihn teilst: