STORY: Unser Kurzzeitgedächtnis ist Mist

Theo du glaubst, es nicht, aber manchmal ärgere ich mich, dass wir Hunde nur über ein suboptimalen Kurzzeitgedächtnis verfügen. Ich werde nämlich das Gefühl nicht los, dass wir Vieles gar nicht mitkriegen oder für unwichtig erachten und deshalb gar nicht erst auf unserer inneren Festplatte ablegen. Beispiel gefällig?

Herrchen und Frauchen unterhielten sich eben beim Abendessen über den heutigen Tag, der für sie sehr anstrengend gewesen sein muss. Wir waren wohl seit den frühen Morgenstunden unterwegs gewesen. Wenn ich mich richtig an ihr Gespräch erinnere (ist jetzt auch schon wieder über eine Stunde her), dann gingen wir zunächst zwei oder drei Stunden wandern, wobei ich mich erneut sehr ungeschickt angestellt haben muss, denn der Alte meinte zu Frauchen, er hätte ihr doch schon wiederholt gesagt, dass ich so viel Intelligenz hätte, wie eine Scheibe Brot nach dem Toasten. Es wird vermutet, dass ich auf eine verdammt heiße Fährte gestoßen war, so dass ich die beiden völlig aus den Augen verlor. Was auch immer, auf jeden Fall suchten und riefen sie 1/2 Stunde nach mir – wobei ich persönlich die Zeitangabe für völlig übertrieben halte.

Nach unserer Wanderung wurde ausgiebig gepicknickt. Was das Wort genau bedeutet, weiß ich nicht, muss aber so etwas wie das große Fressen sein, bei den Mengen, die Frauchen eingepackt hatte. Aber selbst das liegt bei mir im wabernden Nebel. Nach dem Picknick ging es per Schiff Richtung Düsseldorf-Kaiserswerth. Muss auch so ein Akt gewesen sein, mein Fell samt Inhalt auf’s Boot zu heben. So hörte es sich jedenfalls an. In Kaiserswerth hatte ich vom Spazierengehen dann endgültig die Schnauze voll; anders lassen sich die hinausgestöhnten Worte des Alten “Halb zog man ihn, halb sank er hin” kaum interpretieren. Von daher entschloss man sich sehr schnell, mit der nächsten U-Bahn wieder Richtung Hundedecke zu fahren.

Ehrlich, Theo, die ganze Story hörte sich für mich an wie eine Geschichte vom anderen Stern. Oder wie ein totaler Blackout. Das Einzige, woran ich mich noch erinnern kann, ist, dass ich kurz vor unserer Haustür auf ein leeres Eishörnchen gestoßen bin. Und das war köstlich. Das weiß ich mit tödlicher Sicherheit! Zumindest noch für die nächsten zehn Minuten…


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